1.Entwicklung im Ackerbau
Ausgangspunkt für die seit 1995 eingeführte, komplett pfluglose, konservierende Bodenbearbeitung waren unsere Überlegungen, auf unseren erosionsgefährdeten Böden mit Hanglagen und Kuppen wassersparend zu wirtschaften. Ebenfalls wichtig war für uns auch die Senkung der hohen Kosten für die Bodenbearbeitung durch die Einsparung von Arbeitsgängen und damit verbunden die Senkung der Diesel- und Arbeitskraft-kosten. Begonnen haben wir Anfang der Neunziger Jahre noch mit unserer alten Technik. Wir haben Versuche mit gepflügten und pfluglosen Anbauverfahren nebeneinander durchgeführt und dabei festgestellt, dass es keine großen Ertragsunterschiede bei beiden Verfahren gibt.
1994 erfolgte die Anschaffung von Spezialtechnik mit dem Horsch Terratrac und einer 4 m- Fräse. Diese war für unsere wachsende Betriebsgröße allerdings schnell zu klein und deshalb bearbeiten wir unsere Flächen seit 1996 mit dem Horsch-Airseeder CO 9.25 in 9 m Arbeitsbreite mit Flügelsäscharen zur Bandbreitsaat und Drucktank TT 280 P wahlweise zur Unterfußdüngung. Mittlerweile haben wir schon den Nachfolger des ersten Airseeders.
Ab dem Jahr 2000 kommt Raupentechnik mit dem Case IH Quadtrac als Zugmaschine zum Einsatz, um mit optimaler Kraftübertragung fast ohne Schlupf arbeiten zu können. Auch hier haben wir seit Sommer vorletzten Jahres eine neueste Maschine mit 541 PS.
Nach vierzehn Jahren pflugloser Bearbeitung sind folgende Vorteile erkennbar:
- Nach Niederschlägen ist der Boden eher befahrbar, da die Böden tragfähiger sind.
Dies gestattet eine termingerechte Erledigung des Pflanzenschutzes und der Düngung, aber
auch ein Roden der Zuckerrüben bei relativ feuchten Bedingungen.
- Infolge des hohen Regenwurmbesatzes können Niederschläge schneller in den Boden
eindringen, was die Erosionsanfälligkeit vermindert hat. Verschlämmungen und Naßstellen
treten nach Starkniederschlägen kaum noch auf.
- Besonders wichtiger Effekt ist die Einsparung bei Arbeitszeit, Kosten und Dieselkraftstoff.
Durch die reduzierte Bodenbearbeitung vermindert sich der DK-Verbrauch um
ca. 20 Liter pro Hektar und Jahr.
- Außerdem hat die pfluglose Bodenbearbeitung eine günstige Wirkung auf die
Bodenfruchtbarkeit, insbesondere hat sich der Humusgehalt unserer Böden in den letzten
Jahren ständig erhöht, nicht zuletzt auch durch umfangreiche organische Düngung. Wir haben hier nach
Bodenuntersuchung Werte zwischen 2,4 und über 4 Prozent. Sicherlich stellt die konservierende Boden-
bearbeitung auch hohe Anforderungen an das Stroh-, Bodenbearbeitungs- und Pflanzenschutz-
management.
Wichtig ist die richtige Anwendung und Nutzung spezifischer Wirkstoffe bzw. Herbizide gegen Problem-
unkräuter, gegen die konsequent vorgegangen werden muss.
Dennoch ist kein erhöhter Pflanzenschutzmittelaufwand notwendig.
Eines unserer Felder in Unsere Bestelltechnik Getreidefeld Ende Mai
der Flur Möllern
Steyr Airseeder 9CO
2.Fruchtfolge
Wie in den meisten Betrieben, wird die Fruchtfolge entsprechend der Entwicklung am Markt gestaltet. Der Blattfrucht folgt in der Regel zweimal Winterweizen und einmal Sommergerste. Die Erträge liegen aufgrund der natürlichen Standortbedingungen (Wasser als begrenzender Faktor) im mittleren Bereich. Auch die Zuckerrüben werden schon seit Jahren pfluglos bestellt und bringen über 620 dt/ha mit einer hohen Qualitäts-zahl. In unserem Betrieb wird bei der Erarbeitung der Fruchtfolgen auch verstärkt auf eine Optimierung der Transporte geachtet. Das heisst, gleiche Sorten werden im räumlichen Zusammenhang angebaut, Silomais steht in der Nähe der Stallanlage und Stroh wird auch nur in diesem Umkreis gepresst. Bei der Wahl des Anbauverfahrens muß jeder Landwirt von seinen konkreten betrieblichen Bedingungen ausgehen, ohne verallgemeinern zu wollen. Wir haben mit der konservierenden Bodenbearbeitung die für uns passende Methode gefunden, wobei zu berücksichtigen ist:
- Boden und Klima
- Lieferrechte und Anbaubeschränkungen
- die Möglichkeit einer sicheren und lukrativen Vermarktung, wie wir sie bei Braugerste und Qualitätsweizen
haben
- die in den zurückliegenden Jahren gesammelten persönlichen Erfahrungen.
Zum dritten Mal bauen wir jetzt auch wieder Futterroggen als Zwischenfrucht zur Silierung und Nutzung in der Biogasanlage an.
Wir betrachten die Fruchtfolge nicht als starres System, ihre Bausteine können in einem bestimmten Maße flexibel gehandhabt werden.

Blick auf Niedermöllern Blick über die Felder


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